Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Müssen Väter ihre Kinder sehen?
Miss You
21.11.2007, 13:02
Ein interessantes Urteil des Bundesverfasungsgericht wird heute erwartet. Mal eine andere Variante - Väter, die für ihre unehelichen Kinder zahlen wollen, aber sie nicht sehen wollen....
Muss ein Zahlvater sein Kind besuchen?
Bundesverfassungsgericht verhandelt über Umgangspflicht
Kann ein Vater gezwungen werden, sein uneheliches Kind zu besuchen? Darüber verhandelt das Bundesverfassungsgericht an diesem Mittwoch. Die Vorinstanz hatte dem Zahlpapa mit bis zu 25.000 Euro Zwangsgeld gedroht, wenn er seinen Sohn nicht trifft.
Quelle und ganzer Artikel: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/23/0,3672,7126135,00.html
Wenn einer sein Kind nicht sehen will soll er gezwungen werden? Das ist doch Schwachsinn.
Das hab ich vorhin im Radio gehört. Der Vater erklärt sein Desinteresse an seinem unehlichen Kind ja so, dass es seine Ehe gefährden könnte und deswegen möchte er keinen Kontakt. Zumindest sagte der Radiofutzi das so. Das find ich aber schon wirklich eine arme Erklärung. Was kann das Kind denn bitte dafür, dass der Vater nicht treu sein kann? :prolleyes:
Auf der einen Seite, sollte immer noch jeder selbst entscheiden dürfen, ob und wieviel er sich um seine Kinder kümmert. Auf der anderen, hat ja auch der Vater seinen Teil dazu beigetragen, dass es dieses Kind gibt, sollte er da nicht auch genauso die Verantwortung tragen und sich kümmern? Nur wäre das ja wieder Zwang.
Ich denke das ein Vater für sein uneheliches Kind zahlen soll ist schon richtig. Aber wenn sie dazu gezwungen werden ihre Kinder zu sehen ist das meiner Meinung nach keine so gute Idee. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Väter dann ihren Frust den sie schieben an den Kindern auslassen. Und die können ja nun wirklich nichts dafür das die Väter ihre Gene nicht bei sich behalten konnten.
Und wie bitte will man den Vater zwingen? Holt ihn dann die Polizei ab oder muss er in den Knast oder wie? :confused:
Und wie bitte will man den Vater zwingen? Holt ihn dann die Polizei ab oder muss er in den Knast oder wie? :confused:
Wohl mit denselben Mitteln wie, wenn er nicht zahlen will. Geldstrafen, Lohnpfändungen und in letzter Instanz Gefängnis.
Na beim ZAhlen seh ich das ja noch ein, aber beim sehen macht es doch keinen Sinn.
christebelle
21.11.2007, 16:19
ich sehe auch keinen Sinn in diesem auferzwungenen Treffen. Das kriegen Kinder doch eh unbewusst mit, ob der Vater sie gerade freiwillig und gerne sieht oder ob das für sie nur eine lästige Pflicht ist. Ich spreche da als "Trennungskind" aus eigener Erfahrung.
Das ist mal wieder absoluter Schwachsinn. Haben denn die Gerichte nichts anderes zu tun als sich mit sowas zu beschäftigen?
Das ein Vater für ein uneheliches Kind zahlen muß, das ist ja wohl klar. Das sollte auch im Notfall gerichtlich erzwungen werden. Damit übernimmt er ja auch einen kleinen Teil Verantwortung.
Aber was soll denn rauskommen wenn einer zum Treffen gezwungen wird? Der Vater hat keinen Bock oder ein schlechtes Gewissen, das Kind kriegt natürlich mit das das Treffen nicht von Herzen kommt bzw. nur ein Pflichttreffen ist und muß sich ja zwangsweise ungeliebt fühlen.
Auch im Sinne des Kindes sollten solche Treffen nur freiwillig erfolgen.
Andersherum sehe ich es, wenn der Vater das Kind sehen will und die Mutter ein Treffen verweigert. Da sollte sie schon gezwungen werden dem Vater die Möglichkeit zu geben mit dem Kind Kontakt aufnehmen zu können.
Ich finde die Idee an sich nicht mal schlecht. Mit welchem Recht darf der Vater sagen, er will sich nicht um das Kind kümmern? Selbstverwirklichung? Dann wäre man mal lieber eine Runde ums Haus gelaufen anstatt in die Kiste zu hüpfen. Wer erst nachdem er handelt, denkt, muss die Konsequenzen tragen. Das Kind wurde auch nicht gefragt. Es leidet so oder so unter der Situation ungewollt zu sein. Dann noch ohne Vater aufzuwachsen, weil der lieber seine Ehe retten will, ist sicher auch kein schönes Wissen.
Allerdings halte ich Zwang hier für die falsche Lösung, daraus wird eh nur Reaktanz und das hilft keinem. Aber wieso verordnet man diesen Eltern samt Kind, wenn es das Alter hat, nicht eine Therapie oder sonstwas, damit man auf neutralem Boden zusammenkommt und jeder der Elternteile erkennt, welche Verantwortung er/sie trägt?
...mal anders gefragt, ist es denn nicht eigentlich genau dasselbe, wenn Mütter ihre Kinder zur Adoption freigeben?...er zahlt doch, und gut ist, das Kind würde bestimmt darunter leiden, sich mit einem Vater zu treffen, der es nicht sehen/haben will...man kann Liebe nicht erzwingen, niemals...
...mal anders gefragt, ist es denn nicht eigentlich genau dasselbe, wenn Mütter ihre Kinder zur Adoption freigeben?...er zahlt doch, und gut ist, das Kind würde bestimmt darunter leiden, sich mit einem Vater zu treffen, der es nicht sehen/haben will...man kann Liebe nicht erzwingen, niemals...
Gibt man sein Kind aber zur Adoption frei, muss man ja auch nichts mehr zahlen und ist es nicht auch so, dass man dann eh keinen Kontakt mehr haben darf? Also komplett aus dem Leben des Kindes verschwinden muss?
Hier ist der Vater ja auch noch da und gibt nur als Grund seine Ehe an. In solchen Fällen sollte das Kind an erster Stelle stehen und nicht irgendeine doofe Ehe, die eh nicht besonders sein kann, wenn der Mann fremdgeht.
Ich schrieb ja, Zwang ist eh die falsche Lösung, auch das Kind einfach mal zum Vater schicken, geht nicht. Aber meiner Meinung nach, zieht das Argument, er hat Angst um seine Ehe oder es passt ihm halt einfach nicht in seinen Lebensplan, nicht.
...nicht das Du mich falsch verstehst DiOne, ich will hier keine Lanze brechen für Mütter oder Väter, die mit ihren Kindern nichts tun haben wollen...ich kann mir weder das eine noch das andere vorstellen - also Adoption oder Nichthabenwollen - aber andererseits ist es mir unverständlich, warum sich ein Gericht mit so einem Fall überhaupt beschäftigt...
...er zahlt und wenn ihn nicht mehr an das Kind und die Mutter bindet, dann muß es genug sein...
...bei adoptierten Kindern ist es auch so, daß sie später, wenn sie davon erfahren ihre leiblichen Eltern ausfindig machen können, warum sollte es in so einem Fall anders sein?
...und wenn ein Mann fremdgeht heißt das noch lange nicht im Umkehrschluß, daß seine Ehe nicht in Ordnung ist...Männer sind von ihrem genetischen Programm her nur darauf aus, sich zu vermehren...die Monogamie wurde ihnen erst, als sie aus dem Neandertal rauskamen, eingehämmert...
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