Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nokia schließt Bochumer Werk
Bis zu 4500 Jobs gefährdet
Die Zahl der wegen der Schließung des Nokia-Werks in Bochum gefährdeten Arbeitsplätze könnte Medienberichten doppelt so hoch sein als bislang bekannt. Nach Informationen der in Düsseldorf erscheinenden Zeitung "Rheinische Post" sind neben den 2300 Stellen direkt bei Nokia in Bochum auch 1000 Jobs bei Zulieferbetrieben in der Region und weitere 1000 Arbeitsplätze von Leiharbeitern gefährdet. Derzeit prüfe die Gewerkschaft IG Metall, an welchen Standorten mit weiterem Stellenabbau zu rechnen ist.
Bei der Deutsche-Post-Tochter DHL werde infolge der Werksschließung ebenfalls über Stellenstreichungen nachgedacht, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". "Wenn das Nokia-Werk dicht macht, kann es passieren, dass auch Arbeitsplätze bei DHL wegfallen", sagte ein Unternehmenssprecher. Für DHL arbeiten nach Angaben des Post-Sprechers 200 Menschen in Bochum direkt mit Nokia zusammen. Sie sind unter anderem für den Versand von Mobiltelefonen zuständig.
Regierung prüft Rückforderung von SubventionenDie Ankündigung des finnischen Handyherstellers Nokia, das Werk in Bochum zu schließen und bis zu 2300 Stellen zu streichen, löste in Nordrhein-Westfalen Empörung aus. Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) beauftragte nach Informationen der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" die landeseigene NRW-Bank, zu prüfen, ob Nokia zur Rückzahlung von 17 Millionen Euro Fördergeld gezwungen werden kann.
Quelle und ganzer Artikel (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/nokia12.html)
und wieder ein Arbeitgeber der seine Produktion in ein östliches Billigland verlegen will.Ein schwerer Schlag für die Bochumer Region. Ich selber habe zwei Bekannte die dort arbeiten. Eigentlich dürfte man als Deutscher nie wieder ein Nokia Handy kaufen.
Wie immer eben, in Ostblock-Ländern ist´s billiger, also geht man dahin. :down: Ich will nicht wissen, wieviel Kohle der Bund und das Land Nokia in den Rachen geschmissen haben, damit sie in Bochum bleiben und nun gehen sie doch.
Und das ist nun der vielbesagte Wirtschaftsaufschwung? Stellenabbau ohne Ende, obwohl die Unternehmen Gewinne machen ohne Ende?
Gerade Nokia könnte es sich doch locker leisten, hier in D weiter zu produzieren. Aber nee, lieber den Gewinn für sich einheimsen anstatt den Menschen hier einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Zum kotzen sowas.
Aber das kennen wir ja schon von der Bahn, der Telekom und Konsorten.
...die haben Kohle ohne Ende kassiert, da sind irgendwie Millionen aus der EU geflossen, diese Zahlungen sind mit sofortiger Wirkung gestoppt...eine Riesensauerei, ein echtes Dreckspack, und nicht, daß sie so wie Benq pleite gewesen wären, nein, die haben - wenn ich richtig gehört habe - 1,2 Milliarden Gewinn gemacht...es ist zum Kotzen...
...aktuell habe ich zwar auch ein Nokia-Handy, aber ich werde nie wieder eins kaufen, wenn das kaputt ist...
Habs heute nachmittag im Radio gehört und dachte eigentlich nur.... a Klassiker, bei uns werden die Fabriken zugesperrt, alles ins billigproduzierende Ausland verlegt, aber wer solls dann teuer kaufen, WIR!
das traurige daran ist, dass es IMMER nach dem gleichen Schema abläuft:
1. Es wird bekannt, das Geschrei in Politik und Medien ist groß.
2. Der gemeine Bürger schimpft und wettert: von denen kauf ich nix mehr, dann sollen sie doch ihr Zeugs da verkaufen, wo sies produzieren lassen, etc.
3. zwei Tage später gehen sie shoppen und genau die Firma, die vorgestern noch so verflucht wurde, ist der Hersteller des auserwählten Produkts.
Auf meine Schwarzen Liste steht bereits AEG (bzw. Elektrolux).
User102507
17.01.2008, 00:36
Ich habe soviel Wut in mir. Nokia hat schön kassiert und macht sich jetzt vom Acker, pfui Teufel.
Wenn ich sage, ich kaufe kein Nokia-Handy mehr, dann ändere ich meine Meinung nicht. Ich bin froh, dass ich kein Nokia-Handy besitze. Hoffentlich kauft kein Deutscher ihre Produkte.
Ich habe soviel Wut in mir. Nokia hat schön kassiert und macht sich jetzt vom Acker, pfui Teufel.
Wenn ich sage, ich kaufe kein Nokia-Handy mehr, dann ändere ich meine Meinung nicht. Ich bin froh, dass ich kein Nokia-Handy besitze. Hoffentlich kauft kein Deutscher ihre Produkte.
Das hab ich heute auch so gedacht. Da kommen die Firmen nach Deutschland bauen hier ein Standbein auf, kassieren ne Menge Kohle und ein paar Jahre später sind sie wieder weg
Das hab ich heute auch so gedacht. Da kommen die Firmen nach Deutschland bauen hier ein Standbein auf, kassieren ne Menge Kohle und ein paar Jahre später sind sie wieder weg
um im Osten billiger zu produzieren, damit es ihnen noch besser geht. Aber zum Osten sind ja neuerdings die Grenzen offen, da kann man dann ja bald dort hinpendeln, weil dort alles produziert wird gelle
schneggi
17.01.2008, 00:59
ich hab mal in der Buchhaltung einer Firma gearbeitet, die haben auf Lizenz von Jim Henson alles mögliche aus der Muppets Show produzieren dürfen. die Verwaltung und Design war in D, in China wurde produziert. da kostet zB ein großer "Tickle me Ernie" (drück ihn irgendwo und er lacht sich schlapp und wackelt) in der Herstellung keine 4 $, geht hier inzwischen für fast 40 € weg, nur weil Jim Henson drauf stehen darf. und ein Quietscheentchen kosten da nur wenige $-cents in der Herstellung. so isses leider. reine Profitgier
ich fand Nokia eh schon immer kacke
.
Auf meine Schwarzen Liste steht bereits AEG (bzw. Elektrolux).
...die sind bei mir auch blacklistet, in meinem Haushalt gibt es von AEG auch nichts, in den 70iger Jahren hatte ich mal div. Haushaltsgeräte, heute: nada....:yes:..
Miss You
17.01.2008, 16:42
Man kann letztendlich nur boykottieren, die einzige Macht des Verbrauchers. Aber es wird ja langsam auch eng - ich boykottier schon Deutsche Bank, SIEMENS und BMW... :D (fällt natürlich nur bei Siemens-Haushaltsgeräten 'schwer', weil da Preis/Leistung oft stimmt....) - leider weiß man oft gar nicht mehr, welcher Konzern denn hinter welcher Marke steht....
Wie Nicki aber schon sagte - morgen wollen sie alle wieder ein Nokia... warum vergisst man nur so schnell??
Ich muss mich da leider outen.... auch wenn ich die Aktion von Nokia Scheisse finde, so wird mein nächstes Handy auch wieder ein Nokia sein.
Erstens: Boykotte bringen eh nichts, zweitens überzeugt Nokia durch Qualität und drittens sind Nokia Handys die einzigen mit denen ich klar komme.
Schlagt mich :D
Kommentar
Nokia-Boykott? Selten dämlich!
Von Silke Hasselmann, MDR, ARD-Hauptstadtstudio
Es ist wohl wirklich nur eine Sorte Mensch in der Lage, etwas so selten Dämliches zu Protokoll zu geben: "Aus Solidarität mit den Arbeitnehmern", so CSU-Politiker Horst Seehofer zu seinem Nokia-freien Erscheinen auf der Grünen Woche. "Aus Solidarität mit den Arbeitnehmern muss man solche Zeichen setzen." Der Minister lässt angeblich sogar prüfen, ob er den Nokia-bestückten Mitarbeitern seines Hauses einen Firmenboykott verordnen darf. Ist natürlich völliger Blödsinn, aber für eine volkstümelnde Schlagzeile allemal gut genug.
Ob Peter Struck ähnlich irrlichternd handeln würde, wäre er noch Minister für Verteidigung - man weiß es nicht. Dass er der SPD angehört, spricht jedenfalls nicht dagegen. Immerhin hat auch Struck verfügt, dass sein Nokia-Gerät gegen einen anderen Anbieter getauscht wird. Wollen wir hoffen, dass sein Büro ihm nun nicht etwa ein Siemens-Handy besorgt. Das würde sich gar nicht gut machen - Stichwort: BenQ. Die Umstände dieser von Siemens mitzuverantwortenden Werksschließung voriges Jahr waren nämlich wirklich ein Skandal. Ach, und Motorola wäre auch unpassend. Auch die haben Deutschland jüngst verlassen. Nokia ist vielmehr die letzte Handy-Firma, die noch in Deutschland produzieren lässt.
Nun muss man die Finnen vielleicht nicht gleich dafür loben, dass sie noch so lange hier ausgehalten haben; so könnte man es nämlich auch sehen. Doch soweit ich die Sache verstanden habe, hat sich die Konzernleitung an Recht und Gesetz gehalten. Und zwar an deutsches Recht. Sie hat sich zum Beispiel die vielen Millionen Subventionseuro wohl nicht erschlichen. Im Gegenteil: Die Gesetze und Förderrichtlinien wurden von Politikern bestimmt.
Übrigens wüsste ich auch nicht, dass irgendjemand "Karawanenkapitalismus" gerufen hätte, wie jetzt Bundesfinanzminister Steinbrück, als Nokia Werke in Finnland geschlossen hatte, um in Deutschland günstiger zu produzieren. Oder als die DHL ihren Standort in Brüssel dicht- und im billigeren, weil hochsubventionierten Leipzig aufmachte. Solange dem Konzern keine kriminellen Machenschaften nachgewiesen werden können und solange Politik wie übrigens auch Gewerkschaften Standortpolitik mit viel Steuergeld, aber äußerst wenig Rücksicht auf Verluste anderenorts betreiben, sollten sie alberne Protestgesten stecken lassen. Die helfen den Nokia-Beschäftigten in Bochum am wenigsten.
Quelle (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/nokiaboykott2.html)
Als ich von der Schließung hörte, hab ich erst mal gedacht, schön- weiter so, laß alle gehen, vielleicht wird Deutschland ja dann endlich mal wach, und merkt, dass hier irgendwas nicht stimmt! Unsere Steuerpolitik muß endlich einfacher werden, und ein Arbeitsplatz darf nicht mehr so viel kosten. Warum sonst stellen die meisten Firmen nur noch 400€ Kräfte ein, oder bedient sich gleich diverser Zeitarbeitsfirmen, deren Arbeiter man schnell und sauber gleich wieder los wird?
Miss You
22.01.2008, 09:16
Als ich von der Schließung hörte, hab ich erst mal gedacht, schön- weiter so, laß alle gehen, vielleicht wird Deutschland ja dann endlich mal wach, und merkt, dass hier irgendwas nicht stimmt! Unsere Steuerpolitik muß endlich einfacher werden, und ein Arbeitsplatz darf nicht mehr so viel kosten. Warum sonst stellen die meisten Firmen nur noch 400€ Kräfte ein, oder bedient sich gleich diverser Zeitarbeitsfirmen, deren Arbeiter man schnell und sauber gleich wieder los wird?
... weil sie gierige Ausbeuter sind.
Lass dir doch nix erzählen von den sogenannten "Lohn-Nebenkosten" (eine moderne Worterfindung der Arbeitgeber!)- das sind die sozialen Absicherungen, auf die - meiner Meinung nach - jeder Arbeitende in Deutschland Recht haben sollte. Tatsache ist, dass sich gerade Großkonzerne nicht mehr am sozialen gesellschaftlichen System beteiligen wollen und lieber ihre Manager und Aktionäre bedienen anstatt Verantwortung für ihre Arbeiter, die ihnen das alles auch ermöglichen, zu tragen!
manni-mammut
03.02.2008, 22:14
Nun ermittelt die Staatsanwalt endlich. Sie witter ein Geschäft,
was Nokia schon lange vom Staat gemacht hat
woodstock
04.02.2008, 12:50
Nun ermittelt die Staatsanwalt endlich. Sie witter ein Geschäft,
was Nokia schon lange vom Staat gemacht hat
Peanuts. Die zu erwartende Strafe juckt den Konzern wahrscheinlich nicht sonderlich...
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